Bodenarbeit soll dazu dienen, die Arbeit unter dem Sattel vorzubereiten und zu ergänzen. Am Boden kann der Ausbilder sehen, was er als Reiter nur fühlen kann. Wir können gezielt Muskelgruppen dehnen und kräftigen. Dem Pferd fallen neue Bewegungsabläufe ohne Reitergewicht zunächst leichter. Vertrauen, Gehorsam und Körpersprache sind neben der Gymnastik für das Pferd die Grundpfeiler dieser Arbeit.

Versammlung am langen Zügel
Zum gymnastizierenden Effekt:
Wenn wir uns auf ein Pferd setzen, haben wir zwei Probleme:
1. Problem: Wir sitzen auf einer horizontalen Wirbelsäule. Diese soll von Muskeln getragen werden, sonst kann sie sich nicht wie eine Brücke wölben, sondern sackt wie eine Hängematte durch., was nicht gesund für das Pferd ist.
2. Problem: Wir sitzen den Vorderbeinen näher als den Hinterbeinen. Das verändert das Gleichgewicht des Gesamtkörpers Pferd-Mensch. Damit ein Pferd diesen Gesamtkörper ausbalancieren kann, muss es lernen, mehr Gewicht mit den Hinterbeinen aufzunehmen.
Wir wollen also
Unser Hauptaugenmerk liegt auf den Seitengängen Schulterherein und Traversbewegungen.

Flocke: KruppehereinBashra: Travers
Warum?
Wenn ein Pferd der Länge nach gebogen ist, hat es eine hohle und eine gewölbte Seite. Löst man die Muskeln der hohlen Seite, wird reflektorisch die innere Hüfte nach vorne verlagert. Aus dieser vorgelagerten inneren Hüfte kann das Pferd weit unter seinen Körper treten, das innere Hinterbein nimmt Last auf, der Rücken wölbt sich.
Erst wenn das Pferd in der Lage ist, sowohl mit dem inneren als auch mit dem äußeren Hinterbein gleichmäßig zum Schwerpunkt zu treten, kann es sich optimal gleichgewichten.
Dann kann man beginnen, beide Hinterbeine wechselseitig zum Schwerpunkt zu arbeiten und erreicht schließlich die Piaffe. Eine gute Piaffe stellt das Endziel der Schule auf der Erde dar und leitet gleichzeitig die Schule über der Erde ein.

Macholino: PiaffeMacholino: Pesade